Biblia pauperum

Wolfgang Mahlke, 1923 in Berlin geboren, absolvierte nach seiner Heimkehr aus russischer Kriegsgefangenschaft zunächst eine Handwerkslehre, bevor er von 1949 bis 1953 an der Akademie der Bildenden Künste in München studierte. Danach unterrichtete er an der Oberrealschule Uetzt Kepler-Gymnasium) in Weiden. Von 1960 an bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1988 war er an der Universität Würzburg als Hochschullehrer in der Ausbildung von Lehrern für Grund-, Haupt- und Sonderschulen tätig. Darüber hinaus wirkte er in zahlreichen Arbeitsgemeinschaften und Fachgremien mit und verfasste eine Reihe von Büchern und Aufsätzen zu kunst-, werk- und heilpädagogischen Themen sowie zur Raumgestaltung in sozialpädagogischen Einrichtungen. Neben seiner Lehrtätigkeit entfaltete Wolfgang Mahlke ein reiches künstlerisches Schaffen. Für Kirchen, Schulen, Kindergärten, Heime, öffentliche Gebäude und private Auftraggeber entwarf er Sgraffiti, Mosaiken, Bleiglasfenster, Wandkeramiken, Marterl usw. und hat damit vor allem in der nördlichen Oberpfalz seine Spuren hinterlassen. Auch als Buchillustrator hat sich Wolfgang Mahlke einen Namen gemacht.

Die gesamte Ostseite der Kirche ist eine einzige Lichtwand. Durch quer gestellte Pfeiler, die zum Presbyterium hin um jeweils einen Meter zurückgesetzt sind, wird sie in fünf gleich große Fenster gegliedert, welche zehn Meter in der Höhe und sieben Meter in der Breite messen. Für die Lichtwand ergibt sich damit eine Gesamtfläche von 350 Quadratmetern. Das Skelett eines Fensters besteht aus einem Gefüge verschieden großer, rechteckiger Betonwaben, die in drei vertikalen Streifen angeordnet sind. Während der mittlere als Bildstreifen gestaltet ist, zeigen die beiden äußeren ineinander verschachtelte Rechtecke. Die Fenster bestehen aus einer Vielzahl von Einzelgläsern, die durch Bleiruten gehalten und verbunden werden. Miteinander verlötet, verleihen sie den Feldern Stabilität und geben den Bildern die Konturen. Eisenstäbe, sogenannte Windruten, die in den Laibungen der Betonwaben verankert sind, sollen die Fenster gegen den Winddruck sichern. Wegen des großen Wärmeverlusts und aufgrund von Ausbauchungen durch den Winddruck haben die Fenster 1983 eine Isolierverglasung erhalten.

Quellen:

Conrad, Matthias, Zeitgenössische Glaskunst in der katholischen Kirche St. Michael in Poppenricht in: Heimatkundlicher Kreis Amberg-Sulzbach im Historischen Verein für Oberpfalz und Regensburg (Hg.), Der Eisengau, Bd. 14, 2000, 78ff..
Conrad, Matthias, Das Weltgericht an der kath. Kirche Poppenricht in: Heimatkundlicher Kreis Amberg-Sulzbach im Historischen Verein für Oberpfalz und Regensburg (Hg.), Der Eisengau, Bd. 40, 73ff.
Mit freundlicher Genehmigung des Autors.