4. Fenster:
Der gute Hirte ist der Titel dieses Fensters, das eine thematische Einheit bildet. Prof. Mahlke stellt darauf das Gleichnis dem Kreuzesopfer bildlich gegenüber, indem er beide Motive übereinander anordnet und damit zum Ausdruck bringt: Jesus ist der gute Hirte, der sein Leben für uns hingibt.
Am unteren Rand der Fensterzone der gute Hirte (Joh. 10, 3 - 14 / Lk 15, 3 - 7), der das verlorene und wieder gefundene Schaf liebevoll über seine Schultern gelegt hat. Voll Vertrauen haben die Tiere den Blick auf ihn gerichtet. Ihre Wolle ist recht originell in Form kleiner, runder Scheiben dargestellt. Mit dem Tier, das sich am Wasser labt, wird bezug genommen auf den Psalm 23: Der Herr ist mein Hirte, er führt mich an Wasser des Lebens. Ganz unten das Schaf, das sich verirrt hat.
Die Kreuzigung (Joh. 19, 16 - 30) ist vorwiegend in dunklen Tönen dargestellt, die das Sterben zum Ausdruck bringen sollen. Jesus ist bereits tot, seine Seitenwunde geöffnet. Links und rechts von ihm die beiden Schächer. Im Sterben hat er sich Maria und Johannes zugewandt, die vom Schmerz gebeugt unter dem Kreuz stehen. Auf der anderen Seite die Schwester Marias, und Maria von Magdala. Bei genauerem Hinsehen erkennt man zu Füßen des Kreuzes Dinge, die mit dem Leiden Christi in Zusammenhang stehen, wie den Essigkrug, den Schwamm, die Lanze, eine Geißel, den Leibrock Jesu, und die Würfel, mit denen die Soldaten um letzteren gelost haben.
In der oberen Bildszene sind vier Engel zu sehen, wovon zwei den Geist des Erlösers himmelwärts tragen, um ihn in die Hände des Vaters zu legen.