40 Jahre Pfarrkirche Verabschiedung Pfr. Kummer
40 Jahre Katholische Pfarrkirche St. Michael Poppenricht

- unter dieser Überschrift standen in der Pfarrei Michaelpoppenricht die Festlichkeiten zum 40jährigen Jubiläum der Weihe des katholischen Gotteshauses. 40 Jahre bedeuten für einen Kirchenbau eine kurze Zeitspanne, für die mitfeiernden Christen jedoch ein langer Abschnitt und Gelegenheit zu einer historischen Rückblende.
Nach dem Ende des 2. Weltkrieges erwies sich, bedingt durch den enormen Zuzug der geflüchteten Familien und Heimatvertriebenen, das beiden Konfessionen zur Feier ihrer Gottesdienste dienende Gotteshaus als zu klein. Der damalige Ortsgeistliche, Bischöflich Geistlicher Rat Kammerer Josef Knott, beschloss nach Übereinkunft mit den Verantwortlichen den Neubau eines katholischen Gotteshauses. Ein Meilenstein in der Geschichte der katholischen Pfarrei St. Michaelpoppenricht war daher Sonntag, der 5. April 1964. Der Tag der "Weihe der Kirche" wurde nunmehr zum 40jährigen Jubiläum als feierlicher Akt würdig begangen.
Die Festlichkeiten wurden mit einem Jugendabend eröffnet. Der abendliche Gottesdienst stand unter dem Gleichnis "Fisch und Salz". Festprediger Salesianerpater Dieter Putzer zitierte aus dem Evangelium die Mahnung "Ihr seid das Salz der Erde" und knüpfte die Forderung an, "der heutige Christ müsse wachgerüttelt werden". Kein gedankenloses Zuhören, kein Abtauchen in den seichten Alltag dürfe das Leben eines aktiven Christen bestimmen. Mitläufertum lasse die Sehnsucht nach Christus verloren gehen, Christsein müsse für Aussenstehende spürbar sein, gab der Geistliche mit auf den Weg. Für viele junge Menschen sei das Leben fade und leer, meinte der Pater, und forderte auf, "das Leben zu suchen und mit Gottes Hilfe den Durchbruch finden".
Für die musikalische Gestaltung des Jugendgottesdienstes zeichnete die Band "Kreuz und Quer" verantwortlich und stimmte mit ihren Liedern einen mitreissenden Lobpreis Gottes an. Im Anschluss fand ein gemütliches Beisammsein für Jung und Alt bei Bewirtung mit Bratwürsten, Pizza und Getränken statt.

  

Am Festsonntag versammelte sich die Bevölkerung zu einem feierlichen Kirchenzug zum Gotteshaus. Begleitet von der Blaskapelle Gebenbach sowie den Fahnenabordnungen der kirchlichen und weltlichen Vereine zogen die Gläubigen in die Kirche ein. Der Festgottesdienst wurde in Konzelebration von BGR Pfarrer Konrad Kummer, Dekan Alois Albersdörfer sowie Domkapitular Johann Neumüller würdig begangen. Festprediger Neumüller stellte die Vision einer modernen, beweglichen Kirche, getragen von den einzelnen Menschen, vor. "So wie das Volk Israels vor 2000 Jahren von vorne beginnen musste, müssen auch die heutigen Christen mit Mut und Tatkraft die Kirche ständig erneuern", motivierte der Geistliche. Die katholische Pfarrkirche sei mit 40 Jahren ein "junges Gebäude", so der Prediger, es sei jedoch nicht aus Stein, sondern ein durch Glaube und Liebe lebendiger Bau! „Schau nicht auf unsere Sünden, sondern auf den Glauben Deiner Kirche", erbat der Domkapitular am Ende seiner fesselnden Predigt den Segen des Herrn. Als festlichen musikalischen Rahmen brachte die Chorgemeinschaft unter Leitung von Hans Koller die Festmesse op. 37 von Ernst Tittel zu Gehör. Weitere Mitwirkende waren die Instrumentalisten Simone Hoffmann, Veronika Huber, Sabine Krause, Dr. Anneliese Meiner und Christoph Pickelmann, sowie an der Orgel Elfriede Kohler.
Im Anschluss lud Pfarrgemeinderatsvorsitzender Christian Beck die Gläubigen zum Stehempfang in die Schulaula ein. Dort eröffnete Beck die Festansprachen mit seinem Dank an die Gremien der katholischen Pfarrei für die langjährige effektive Zusammenarbeit zum Wohle der Pfarrei St. Michaelpoppenricht. Er würdigte in einem kurzen Totengedenken den Erbauer der Kirche, BGR Pfarrer Josef Knott. "Auch wenn der Kirchenbau schon 40 Jahre zurückliege", so Beck, "wurde und werde in einer lebendigen Pfarrgemeinde "weitergebaut" und das Gotteshaus durch engagierte, verantwortungsvolle Gläubige als sichtbares Zeichen mit Leben erfüllt". Bürgermeister Franz Birkl überbrachte die Glückwünsche der Gemeinde und des Landrates zum 40jährigen Kirchenjubiläum und würdigte die Pfarrkirche als beeindruckendes Bauwerk. Jenes sei nicht nur geografischer Mittelpunkt der Gemeinde sondern Mittelpunkt religiösen Lebens. Er dankte Pfarrer Kummer für seine über 15jährige Seelsorge und engagierte Kompetenz. Der Vertreter der evangelischen Kirchengemeinde, Pfarrer Hermann Dinkel, betonte die in der Pfarrei gelebte aktive Ökumene als "innerlich zusammengewachsen und gemeinsame Wege gehend". Er überreichte feierlich die Stiftertafel des Geistlichen Johann Kastner, welcher im Jahre 1892 der Pfarrei einen kunstvoll gemalten Kreuzweg stiftete.
Als Begleitprogramm wurde im Rahmen des Weihefestes eine Ausstellung sakraler Exponate, wie Kelche, Evangelienbücher, Figuren und liturgische Gewänder, sowie Baupläne und historische Dokumente rund um die Pfarrei seit Bestehen des Simultaneums gezeigt. Matthias Conrad lud die Besucher zu einer architektonischen und kunstsachverständigen Kirchenführung ein und Kirchenpfleger Alfred Hausmann geleitete zur Turmbesteigung des Gotteshauses. Finale des festlichen Veranstaltungsbogens war um 16 Uhr ein Glockenkonzert. Der "Verein Glockenfreunde Amberg" stellte die vier Glocken des Gotteshauses in 11 verschiedenen Klangmotiven und -folgen vor. Nach Zweier- und Dreier-Kombinationen, wie zum Beispiel das Te deum-Motiv und Gloria-Motiv, verabschiedete sich der Festakt zum 40jährigen Kirchenjubiläum mit einem innigen Vollgeläute (Plenum) aller Glocken von den zahlreichen Besuchern.

   
   
   
   
40 Jahre Pfarrkirche Verabschiedung Pfr. Kummer