Beschreibung der Kirche | ||
![]() Innenansicht unserer Pfarrkirche von 1964 |
![]() Innenansicht unserer Pfarrkirche 2000 | |
![]() Innenansicht unserer Pfarrkirche heute | ||
| In den Jahren
1962 bis 1964 wurde unter Pfarrer Josef Knott am östlichen Ortsrand von Poppenricht nach Plänen
des Architekten Richard Dagostin die kath. Kirche St. Michael errichtet. Grund dafür war die rege Bautätigkeit
nach dem Krieg, welche die Seelenzahl der Pfarrei sprunghaft hatte ansteigen lassen. Das bisher simultan genutzte
Gotteshaus in der Ortsmitte ging in den Alleinbesitz der evangelischen Kirchengemeinde über, womit auch das letzte
Simultaneum im Bistum Regensburg sein Ende gefunden hatte. Die künstlerische Ausgestaltung der Kirche lag in den Händen von Prof. Wolfgang Mahlke aus Würzburg. Er schuf zusammen mit Studenten das große Sgraffito über dem Portal, entwarf u. a. das Marienfenster in der Turmkapelle, die Christophorusdarstellung an der Straßenseite, den Wandteppich, den Kreuzweg, das Vortragekreuz aus Email, das Kirchengestühl und die Fenster an der Ostseite. Der rechteckige Hallenbau der Pfarrkirche wird überragt von einem schlichten, 34 Meter hohen Turm. Bevor der Besucher die Kirche betritt, sticht ihm ein großflächiges Sgraffito (Putzfresko) über dem Portal ins Auge. Es stellt das jüngste Gericht dar und will den Kirchgänger ermahnen, sich um ein gutes Leben zu mühen. Der Erzengel Michael, der Kirchenpatron, scheidet mit dem Kreuzstab die Erlösten von den Verdammten. Darüber steht der in Herrlichkeit wiederkehrende Christus als Weltenrichter. Im Kircheninnenraum richtet sich der Blick zunächst auf den Altarraum. Zum Altar, einem schlichten Opfertisch aus schwarzem Marmor, führen einige Stufen. Davor befindet sich das Taufbecken. Die Altardarstellung besteht aus einem großflächigem Fließband, in das in Mosaikform der wiederkommende Christus, die Hand des himmlischen Vaters, und die Heilig-Geist-Taube eingefügt sind. Am Beginn des Bandes befindet sich der Tabernakel. Links davon ist eine Statue des Kirchenpatrons, des Hl. Erzengels Michael, angebracht, der als Streiter Gottes das Böse besiegt. Auf der rechten Seite befindet sich eine Kreuzigungsgruppe mit einem großen Kruzifix, das an die Erlösungstat Christi erinnert. Zu seinen Füßen steht eine barocke Figur der Schmerzensmutter, die noch aus der alten Kirche stammt, und eine neu angefertigte Johannesfigur. Den Kreuzweg im Steinmosaik an der Westseite umrahmt ein zweites Fließband. Am Beginn des Kreuzweges befindet sich eine sog. "Mondsichelmadonna", die noch aus der alten Michaelskirche stammt. Neben dem 2005 neu errichteten Ambo befinden sich zwei aus Südtirol stammende Figuren der Apostelfürsten Petrus und Paulus. Der Seitenaltar an der Fensterseite mit einer Madonna aus dem Würzburger Raum ist als Marienaltar gestaltet. Einen Kontrast zur nüchternen Architektur des Innenraumes bildet die großartige Lichtwand an der Ostseite mit ihren über 200 verschiedenfarbigen Gläsern. Fünf Bildstreifen geben Szenen aus der Heiligen Schrift wieder (siehe gesonderte Beschreibung der Fenster). Bei der Gestaltung der Fenster hat die lateinische "biblia pauperum" (Bibel der Armen) des Mittelalters Pate gestanden, bei der man mittels Bildern der breiten Masse, die des Lesens nicht kundig war, das Heilsgeschehen nahe brachte. Die Kapelle im Erdgeschoss des Turmes ist als Gedenkkapelle ausgestaltet. Die Gedenktafeln mit den Namen der Verstorbenen der beiden Weltkriege waren früher an der alten Michaelskirche angebracht. Auch eine Tafel mit den Namen der Priester, die in der Pfarrei wirkten, ist angebracht. Außerdem sind hier die Kreuzwegbilder aus der alten Kirche samt Stiftertafel angebracht. | ||