Dorfkapelle Altmannshof

Gottesdienste

Wöchentlich betet die Dorfgemeinschaft in der Fastenzeit den Kreuzweg, im Mai die Maiandacht und im Oktober den Rosenkranz. Beim Tod eines Bewohners der Ortsgemeinschaften Altmannshof und Speckshof wird sich zum Sterberosenkranz in der Kapelle getroffen. Um das Fest Mariä Geburt (8. September) wird das jährliche Kapellenfest des Kapellenvereins Altmannshof mit einer heiligen Messe und anschließendem Festbetrieb gefeiert. Ferner beginnt der Förderverein den Advent mit einer Andacht und anschließendem Christbaumfest.

Baubeschreibung

Den kleinen, neugotischen Bau mit dreiseitigem Chorschluss ziert auf der Südseite ein Dachreiter mit Spitzhelm. Die Portal- und Fensterleibungen sind in Sichtmauerwerk mit Profilzigelsteinen ausgeführt. Die Flachdecke im Innenraum wird von einem Christusmonogramm geschmückt. Im Chor befindet sich ein neugotischer Schnitzaltar mit Madonnenbild und eine Grablegungsnische, in der ein hölzerner Christuskörper liegt. In der Kapelle hängt ein Kreuzweg mit Zinnenfries. Das Gestühl ist gotisierend. Das Kriegerdenkmal für die Gefallenen des 2. Weltkrieges ist an der Außenwand links neben dem Eingang angebracht.

Geschichte

1804, im Zeitalter der sogenannten Aufklärung ordnete der damalige bayerische Staatsminister Montgelas die Demolierung sämtlicher unkonsekrierter Kapellen und Kreuze im Lande an. In Altmannshof befanden sich zwei Kapellen, die daraufhin auf Abbruch verkauft wurden. Neben der Kirche in Poppenricht dürften dies somit die ältesten Sakralbauten in der Pfarrei gewesen sein. Das jetzige Kirchlein wurde, einer Inschrift hinter dem Altar zufolge, 1885 von den Müllerseheleuten Johann und Katharina Gehring mit Unterstützung von der Wirtswitwe Katharina Fuchs als Privatkapelle errichtet. Da es in recht desolatem Zustand war, sollte die Kapelle im Zuge einer Kreisstraßenerweiterung abgerissen und an anderer Stelle neu errichtet werden. Die Kapelle wurde jedoch gerettet und stattdessen gründlich renoviert. Die Kapelle befindet sich auch heute noch in Privatbesitz. Zur Instandhaltung und Sanierung der Dorfkapelle hat sich allerdings ein Förderverein gegründet.

Hofkapelle Altmannshof

Baubeschreibung

Die gemauerte, weiß getünchte Kapelle mit einer Höhe von 3 Metern, einer Breite von 2,6 Metern und einer Tiefe von 2,8 Metern befindet sich westlich der Gastwirtschaft Kopf und ist durch eine flachbogige Holztür an der Nordseite zugänglich. Im Inneren befindet sich eine leere Grablegungsnische, darüber ein hölzernes Altarblatt mit einer schwarzen Madonna.

Baugeschichte

Vermutlich wurde die Kapelle um das Jahr 1870 beim Bau des Anwesens als Hofkapelle errichtet. Im Jahr 1978 wurde sie renoviert. Die Kapelle befindet sich in Privatbesitz.

Dorfkapelle St. Anna

Gottesdienste

Die Dorfgemeinschaft betet in der Fastenzeit wöchentlich den Kreuzweg. Die wöchentlichen Maiandachten werden mit der feierlichen Maiandacht am 1. Mai eingeläutet. Im Oktober wird ebenfalls wöchentlich der Rosenkranz gebetet. Beim Tod eines Dorfbewohners wird der Sterberosenkranz gebetet. Vor Christi Himmelfahrt findet einer der Bittgänge der Pfarrei zur Dorfkapelle statt. Jährlich wird das Patrozinium am Sonntag nach dem Gedenktag der hl. Mutter Anna (26. Juli) gefeiert. Im Anschluss an den Patroziniumsgottesdienst wird der Festbetrieb am Spielplatz in Karmensölden aufgenommen.

Baubeschreibung

Auf dem Satteldach im Osten befindet sich ein Dachreiter mit Zwiebelturm. Die Kapelle besitzt innen eine Flachdecke. Der nach Westen gerichtete Chor schließt in drei Seiten. Die Fenster bestehen aus einem doppelten Rundbogen. Vor dem Altar steht ein alter Betstuhl. Das Glanzstück der Kapelle ist eine vor einem barocken Baldachin stehende „Anna selbdritt“ aus der Spätgotik. Nach mündlicher Überlieferung stammt sie aus dem 1813 abgebrochenen Barbarakapelle in Siebeneichen.

Baugeschichte

Nachdem man am 15. August 1859 um die Genehmigung für einen Kapellenbau gebeten und am 21. September 1859 die Erlaubnis erhalten hatte, baute man an der Nordwestseite des Dorfweihers eine kleine Kapelle, die 1860 fertiggestellt wurde. Als diese immer baufälliger wurde, hing man die Glocke an einen Baum. Im Jahr 1931 beschlossen die Karmensöldener, die alte Kapelle abzureißen und ca. 150 Meter entfernt eine neues Kirchlein zu errichten. Die Wahl des Platzes fiel auf ein Stück freien Gemeindegrund, da es am Dorfweiher zu feucht war. Die Kapelle wurde zur Zeit der größten Arbeitslosigkeit unter enormen Opfern der Bevölkerung errichtet. Die Weihe erfolgte im Oktober 1931. 1974 wurde die Kapelle mit Hilfe der Ortsbewohner gründlich renoviert. Eigentümerin der Kapelle ist seit der Gebietsreform die Stadt Amberg.

Dorfkapelle Schäflohe

Baubeschreibung

Der kleine, nach Norden ausgerichtete Bau mit dreiseitigem Chorschluss ist im neugotischen Stil errichtet. Über dem Eingang befindet sich ein Dachreiter mit Helm, Fenster und Türe sind spitzbogig. Der Innenraum besitzt eine neue Holzdecke. Auf dem Altar befindet sich eine geschnitzte Kreuzigungsgruppe (Jesus mit Maria und Johannes), die bei der letzten Renovierung der Kapelle angeschafft wurde. Neben einer geschnitzten Muttergottes gehört ein moderner Kreuzweg zur Inneneinrichtung. Der Betschemel ist noch ursprünglich. Beachtenswert das alte Kastenschloss an der Eingangstüre.

Baugeschichte

Im Oktober 1878 schreib der damalige Bürgermeister von Schäflohe an das bischöfliche Ordinariat in Regensburg und bat, die aus Bequemlichkeit errichtete Kapelle, die fast fertig war, zu weihen, da man für den Rosenkranz oder die private Andacht nicht bis nach Amberg bzw. Rosenberg gehen wollte. Dieser Bitte wurde stattgegeben. 1938 erhielt das Kirchlein einen Kreuzweg. Die der Muttergottes geweihte Kapelle wurde 1975 abgerissen und neu errichtet, wobei die alte Ausstattung größtenteils entfernt wurde. Eigentümerin ist die Stadt Amberg.

Dorfkapelle Traßlberg

Gottesdienste

Die Ortsgemeinschaft betet miteinander Maiandachten, den Oktoberrosenkranz und beim Versterben eines Bewohners den Sterberosenkranz. Ferner findet vor Christi Himmelfahrt ein Bittgang von der Pfarrkirche zur Dorfkapelle statt. Neben dem Gottesdienst zum Gartenfest der Feuerwehr Traßlberg wird im August die heilige Messe zur Traßlberger Kirwa an der Dorfkapelle gefeiert.

Baubeschreibung

Der einschiffige, nach Norden ausgerichteter Bau verfügt über einen nicht eingezogenen, dreiseitigen Chor. Im südlichen Dachreiter mit Spitzhelm befindet sich die Glocke aus dem Jahr 1882. In der Rundbogennische über dem Eingang befindet sich eine Madonna. Das Langhaus mit Flachdecke ziert in der Mitte ein Christusmonogramm. Der Chorbogen ist ebenso wie die Fenster rundbogig, wobei durch das farbige Glas Maßwerk vorgetäuscht wird. Im Chor befindet sich ein dreiteiliger Schnitzaltar mit neuromanischen und neogotischen Elementen. In der Mitte steht das „Prager Jesuskindlein“, in den Seitennischen Josef und Maria. Im Altarsockel befindet sich eine Grablegungsnische mit hölzernem Christuskörper. Links im Chorbogen steht neben einer Lourdesgrotte die Statue des Viehseuchenpatrons St. Sebastian, rechts vom Altar die des Viehpatrons St. Wendelin neben Christus an der Geisselsäule. Vor dem Chorbogen hängt eine Messingampel. Der Kreuzweg besteht aus gedruckten Bildern in neugotischem Rahmen.

Baugeschichte

Da die alte Kapelle zu klein war, fassten einige Ortsansässige den Entschluss, auch in Traßlberg ein neues Kirchlein zu errichten. Am 15. Juni 1901 wurde der Grundstein gelegt, und schon am 20. Oktober des selben Jahres konnte die Kapelle eingeweiht werden. Man verbaute 13000 Ziegelsteinen, 12 Fuhren Bruchsteine und 1300 Ziegeltaschen. Die Inneneinrichtung, die heute noch vollständig erhalten ist, wurde durch eine Privatperson gestiftet. Die Glocke hing vormals auf einem hölzernen Turm neben der alten Kapelle. Die Kapelle ist dem Prager Jesuskind geweiht, dem wohl berühmtesten Gnadenbild der Barockzeit. Das kostbar gekleidete Original steht in der Karmelitenkirche „Maria vom Siege“ in Prag. Wegen der zahlreichen Wunder entwickelte sich dort eine rege Wallfahrt, die dazu beitrug, dass vielerorts Kopien des Gnadenbildes aufgestellt wurden, wir auch das in Traßlberg, das 1901 in Prag die Weihe erhielt. 1961 und 1977 wurde die Dorfkapelle renoviert.

Hofkapelle Traßlberg

Baubeschreibung

Auf der Rückseite des kleinen Baus mit Satteldach und gegliedertem Nordgiebel befindet sich das Errichtungsjahr 1883. Über dem Eingang befindet sich in einer Nische die Muttergottes. Der Altartisch ist mit einer Grablegungsnische und einem Blechschnitt-Christus ausgestattet. Darüber hängt das Altarbild mit der Himmelskönigin.

Baugeschichte

Die Kapelle wurde 1883 am Nordrad der Ortschaft Traßlberg errichtet. Bis zum Bau des neuen Kirchleins stand neben ihr ein hölzerner Glockenturm.

Hofkapelle Wirnsricht

Die Kapelle befindet sich in Privatbesitz.

Dorfkapelle Witzlhof

Gottesdienste

Die Dorfgemeinschaft betet wöchentlich in der Fastenzeit den Kreuzweg, im Mai Maiandachten und im Oktober den Rosenkranz. Ferner wird der Sterberosenkranz beim Versterben eines Dorfbewohners gebetet.

Baubeschreibung

Die Kapelle wurde im neugotischen Stil errichtet. Der etwas niedrige Chor schließt in fünf Achteckseiten. Über dem Eingang im Südosten befindet sich ein Dachreiter mit Spitzhelm, in dem die Glocke von 1881 hängt. Der Innenraum besticht durch die Einheitlichkeit seiner neugotischen Gestaltung aus der Errichtungszeit. Langhaus hat zwei Joche mit Kreuzgewölbe. Tür und Fenster sind spitzbogig. An der Wand über dem Chorbogen befinden sich die vier Evangelisten. Der Chor ist durch ein schmiedeeisernes Gitter abgetrennt. Dahinter befindet sich der dreiteilige neugotische Altar. Beachtenswert sind die beiden Fenster in der Chorschräge, auf denen der Hl. Georg und die Hl. Elisabeth, die Namenspatrone der Stifter, dargestellt sind. Die Ampel stammt noch aus der alten Kapelle. Der gedruckte Kreuzweg ist in neugotischen Rahmen gefasst.

Baugeschichte

Zuerst stand hier eine halbrunde, etwa halb so große Marienkapelle, die vorne durch das jetzige Chorgitter verschlossen war. Daneben befand sich ein hölzerner Glockenturm. Nachdem die Kapelle wegen Baufälligkeit abgebrochen worden war, ersetzte sie die Dorfgemeinschaft 1901 durch einen größeren Neubau, der im Mai 1902 die kirchliche Weihe erhielt. Bei der Bombardierung der Luitpoldhütte gegen Ende des 2. Weltkrieges schlugen in 50 Meter Entfernung von der Kapelle Granaten ein. Obwohl die umliegenden Gebäude dadurch arg in Mitleidenschaft gezogen wurden, blieb das Kirchlein wie durch ein Wunder unversehrt. Lediglich das Turmkreuz wurde durch den Detonationsdruck nach hinten gebogen, was auch heute noch zu sehen ist. 1935, 1950 und 1977 wurde die Kapelle renoviert.

Quellen

Die jeweiligen Beschreibungen der Kapellen entstammen dem von Matthias Conrad, Reiner Hoffmann und der Ministrantengruppe Robert erstellten Heftchen „Kath. Pfarrkirche St. Michael Poppenricht. Geschichte und Beschreibung, Überblick über die Kapellen der kirchl. Gemeinde“ aus dem Jahr 1991.